Seit letztem Herbst habe ich eine Aufgabe,
die ich nicht ganz einfach, aber unglaublich spannend finde.
Ich darf angehende Polizistinnen und Polizisten unterrichten,
hier bei der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn.

Da sind viele kluge und interessante junge Menschen.
Die wollen wirklich etwas.
Die wollen etwas wissen.
Und sie wollen sich engagieren.
Die angehenden Polizisten und Polizistinnen,
sie haben sich vorgenommen, mit ihrem Beruf etwas Gutes zu tun.
Den Menschen zu helfen.
Darum geht es ihnen - und das spürt man auch.


Jesus fing an, seine Jünger zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Er aber wandte sich um, sah seine Jünger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh hinter mich, du Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben behalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s behalten. Denn was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele? Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse? Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.


Und alsbald drängte Jesus die Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm ans andere Ufer zu fahren, bis er das Volk gehen ließe.
Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er auf einen Berg, um für sich zu sein und zu beten.
Und am Abend war er dort allein. Das Boot aber war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen.
Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem Meer.
Und da ihn die Jünger sahen auf dem Meer gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst!, und schrien vor Furcht.


Auch ich, meine Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit,
euch das Geheimnis Gottes zu predigen.
Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, ihn, den Gekreuzigten.
Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern;
und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern im Erweis des Geistes und der Kraft,
auf dass euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.


Zur Vorbereitung auf heute habe ich mir meine alte Predigt durchgelesen.
Die von vor einem Jahr. Von Silvester 2020.
Da war viel von Hoffnung die Rede.
Das alte Jahr hinter sich lassen.
Mit all dem, was uns damals so beschäftigt und belastet hat.
Vor allem natürlich Corona.


"Christ, der Retter ist da".
Man muss schon allen Mut zusammen nehmen, um das zu heute Abend singen.
Die Nachrichten, die Prognosen der Wissenschaftlerinnen sind wahrlich nicht gut.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht,
ich tue mich in diesen Tagen schwer mit dem Singen.
Selbst mit den Weihnachtsliedern, die ich so gern mag, tue ich mich schwer.

Aber manchmal muss man eben gegen die Wirklichkeit ansingen.
Manchmal muss man singen, obwohl einem eigentlich gar nicht danach zumute ist.


Die Szene kennen Sie alle.
Sie spielt beim Metzger, es kann aber auch ebensogut der Bäcker oder irgendein anderes Geschäft sein.
Der junge Vater mit seinem dreijährigen Kind steht an der Theke
und sucht gerade in seinem Geldbeutel nach Kleingeld.
Da fragt die Verkäuferin den Dreijährigen:
"Und, magst a Radl Wurscht?".
Der Bub traut sich zwar nicht so recht, der Verkäuferin ins Gesicht zu schauen.
Er streckt aber seinen Arm aus, weil:
Die Gelbwurscht, von der will er schon etwas.
Klar, er bekommt eine extra dicke Scheibe.


Unser Predigttext für heute ist ziemlich kurz.
Und ziemlich schräg.
Und verblüffend.
Er stößt vor den Kopf.
Und das ist Absicht, glaube ich.

Unser Predigttext ist eine Bitte und eine Antwort.
Die Bitte kommt von den Aposteln.
Und die Antwort gibt Jesus.

Beides hat eine Vorgeschichte.
Jesus hatte seinen Aposteln eingeschärft, was sie tun sollen, wenn sie glauben.
Sie sollen sich nicht verführen lassen, hat Jesus gesagt.
Vor allem hat er ihnen gesagt, dass sie sich gegenseitig vergeben sollen.
Nicht einmal, nicht zweimal.
Sie sollen immer wieder vergeben.
Wenn's sein muss sieben Mal an einem Tag.